© Sektion Mainburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Hochtour zum Großvenediger

02.08.2026

Dieser Hochtour mit dem Großvenediger als Ziel gingen einige extrem heiße Sommerwochen voraus, sodass sich alle Teilnehmer und Trainer zwar sehr auf die mögliche Abkühlung in der Eislandschaft in den Tauern gefreut haben aber auch gespannt auf die Bedingungen vor Ort waren. 

Um den drohenden Sommergewittern am Nachmittag zu entgegen blieb uns also nichts anderes übrig als am 02. August bereits um 07:30 Uhr vom Parkplatz Hopffeldboden in Richtung der Kürsinger Hütte aufzubrechen. Damit wir uns alle optimal an die Höhe akklimatisieren konnten, zogen es alle Teilnehmer vor, den Fahrweg durch das Obersulzbachtal zu Fuß und ohne Taxi-Unterstützung zu bezwingen. Am Oberen Keesboden konnten wir schließlich die Seile und ein paar der Rucksäcke in die Materialseilbahn geben, um uns den weiteren Aufstieg zu erleichtern. Mit einer kleinen Stärkung im Bauch konnten wir nun den steileren und letzten Teil des Aufstiegs zur  Kürsinger Hütte antreten, wo uns nach knapp 14 km und 1500 Hm Aufstieg auch die ein oder andere wohlverdiente Erfrischung erwartete. Zum Glück blieben wir von etwaigen Unwettern verschont. Demnach stand für diesen Tag lediglich das Abendessen und das Packen des Rucksacks für den nächsten Tag auf dem Programm. Alle wollten entsprechend früh ins Bett, denn der nächste Tag versprach ein Langer zu werden.

Im Licht unserer Stirlampen brachen wir am nächsten Tag um 3:30 Uhr zwar noch etwas verschlafen, aber voll motiviert in Richtung Großvenediger auf. Nach ca. einer Stunde Fußmarsch erreichten wir die noch immer in Dunkelheit gehüllten Ausläufer des Venedigerkees. Dort legten wir Steigeisen, Gurt und Seil an, um gesichert unseren Gletscheraufstieg antreten zu können. Im Licht der ersten Sonnenstrahlen des Tages passierten wir auf unserem Weg zur Schlüsselstelle der Tour die magische 3000-er Marke. Bevor wir uns aber dem Labyrinth durch die Venedigerscharte widmeten, gab es noch eine kleine Stärkung im Sonnenaufgang. Nachdem wenige Wochen zuvor die Tour vermutlich sogar noch auf Ski machbar gewesen wäre, zeigt sich in der Scharte der Klimawandel von seiner hässlichen Seite. Innerhalb der heißen Wochen zuvor schmolz der Großteil der Schneeauflage weg, wodurch sich die meisten – aber nicht alle - Spalten öffneten. Kati navigierte uns aber zielsicher durch die Spalten und über die letzten noch tragenden Schneebrücken. Nachdem wir die Scharte endlich überwunden haben, standen uns nur noch 250 Hm in mäßiger Steigung bis zu Gipfel des Großvenediger bevor. Mittlerweile war die Sonne aufgegangen und strahlte auf uns und die verbliebenen Schneereste herab. Der nun weichere Schnee sollte uns aber nicht aufhalten, sodass auch der letzte Aufschwung vor dem Gipfel kein allzu großes Hindernis darstellte. Bei strahlendem Sonnenschein und einer Gipfelbrotzeit in der Hand genossen wir den herrlichen Ausblick. Der Aufstieg ist bekanntlich nur die halbe Miete, daher machten wir uns zügig wieder auf den Weg zurück. Unserer Aufstiegsspur folgend ging es also zunächst wieder zurück durch schwerer werdenden Stapfschnee zur Spaltenlabyrinth der Venedigerscharte und von dort aus immer weiter nach unten bis zu unserem Anseilplatz vom Morgen. Mit der im Rucksack verstauten Gletscherausrüstung ging es über den Wanderweg zurück zur Kürsinger Hütte und von dort mit unserem restlichen Gepäck wieder durch das Obersulzbachtal bis zum Parkplatz und den Autos. Hut ab vor dieser Truppe!