© Sektion Mainburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Die “Leiche Tirolerin

eine Granit Plaisir-Ketter-Route mit 6 SL in schönem Zillertaler Zentralalpen Ambiente

30.08.2026

Nachdem wir gestern Kaiser Kalk genießen konnten, wollten wir heute Granit testen..

Sonntag, den 30.August 26.

Am Parkplatz an der Mautstelle Zillergrund montierten wir wieder unsere Lastenräder und fuhren über die schmale Mautstraße 700 Hm den Zillergrund hoch zum verlassenen Wirtshaus in der Au bei der Schranke. Bis hierher ist auch eine Zufahrt mit dem Auto oder Bus möglich. Direkt hinter dem ehemaligen Wirtshaus beginnt ein unscheinbarer Pfad, markiert mit gelben Punkten, der in 15 Min. zur Bärenbad Wand hoch führt. Dort gibt es einige neuere, mäßig schwierige Klettertouren im Granit. Eine gute Beschreibung dazu gibt es auf Bergsteigen.com oder auch Allgäu Plaisir.

Die Routennamen sind angeschrieben. Wir wählten die, mit dem schönen Namen "Leichte Tirolerin” mit 6 SL. Die Haken weisen den Weg. Eine schöne, gerade Linie ist den Erschließern der Felswand gelungen. Platten, Risse und Wandstellen im Schwierigkeitsgrad V-VI. Ziemlich homogen. Sauber ausgeputzt und vom losen Gestein befreit. Sie kann A0 geklettert werden. Abseilen ist möglich, wenn keine weiteren Seilschaften in der Route sind. Abseilketten an den Standplätzen sind vorhanden. Der Fußabstieg ist gut markiert und wird auch vorrangig von den Erschließern empfohlen. Er führt durch einen wilden Holzbruch mit querliegenden Bäumen und Ästen und ist ein kleines Abenteuer für sich! Die unheimlichen Kräfte der Natur werden einem hier vor Augen geführt. Einen Durchschlupf durch das Chaos von umgestürzten Bäumen und Granitblöcken zu finden, war für die Erschließer der Felswand vermutlich eine ähnliche Herausforderung wie die Erschließung der Felswand selbst. Kurz vor Erreichen den asphaltierten Zufahrtsstraße, die zum Stausee führt, gibt es auch noch die Wahl zwischen Soft Abstieg und Alpin Abstieg. Beeindruckt von dem Chaos wählten wir vorsichtshalber den Soft Abstieg. Selbst da waren die letzten Meter zur Straße mit Fixseilen versehen.

Wir hatten ein 50 m Zwilligsseil dabei. Ein 60m Einfachseil wäre allerdings die bessere Wahl. Zusätzliches Absicherungsmaterial braucht es nicht. 12 Exen sind ausreichend. Für die letzte 42m Seillänge sind lange Alpin Exen sinnvoll. Oder angenehmer, man teilt die Seillänge auf. Von der obersten Stand/Abseilstelle könnte man 30 m in flaches Gelände abseilen und zur nächsten Stand/Abseilstelle ca. 40 m absteigen. Dann zwei mal 25 m steil und einmal 30 m flach abseilen. Auch beim Klettern würde man sich mit nur einem Seilstrang einiges an Seilreibung ersparen. Wir starteten um 12 Uhr vom Rad Depot und waren um 16.30 Uhr wieder dort.

Unerklärlicherweise waren wir alleine an einem schönen August-Sonntag an der Bärenbadwand unterwegs. Sonst war viel los im Zillergrund. Die Parkplätze waren gut voll. Wie überall in den Zillertaler Granitwänden sollte es trocken sein.

(Manfred König / Karl Brunner)