© Sektion Mainburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Wilder Kaiser-Multerkarwand

am westlichen Sockel des Scheffauers - RWI Route

29.08.2026

Vom Liftparkplatz in Scheffau ging es am Samstag, den 29. August 26 mit den Lastenfahrrädern über das Gasthaus Jagerwirt so weit wie möglich die Forststraße hoch, bis diese auf ca. 1300m Höhe an einem Wendeplatz endet. Am westl. Ende dieses Radl Depots beginnt ein schwach erkennbarer Steig. Er zieht zum Gruttenweg hoch. Den Gruttensteig geht es dann in nördliche Richtung immer leicht auf- und ab unter die Multerkarwand. Bei dieser Forststraße handelt es sich um eine etwas längere, dafür knieschonendere Variante zum üblichen Aufstieg vom Parkplatz Jägerwirt. Ziemlich unangenehm muss man zum Schluss trotzdem einen Geröllhang ca. 100 Hm zu den Einstiegen der ” RWI” und “Entdeckungsreise” hoch. (ca. 45 min. ab Rad Depot) Wegen der westseitigen Ausrichtung des Klettergebietes hatten wir es nicht eilig. Es sollte noch abtrocknen nach dem Regen von gestern und heute morgen. Vor einigen Wochen war ich bereits hier und bin mit Gisela die Route Entdeckungsreise weiter rechts einer Rinne entlang geklettert. Dieses Mal soll es die Route RWI sein. Im Topo von Stefan Stadler ist ein Holztafel am Einstieg erwähnt. Dieses haben wir nicht gefunden, aber eine grüne Bierbüchse hängt mit einem Schnürl am Bohrhaken des Einstiegs und ist von weitem zu sehen.

Eine Seilschaft befand sich bereits in der 2. Seillänge, während wir (Manfred König und Karl Brunner) uns zum Klettern bereit machten. Punkt 12 Uhr begannen wir mit der ersten Seillänge. Es war sonnig geworden und ordentlich warm. Die Route ist gut beschrieben (Stefan Stadler oder Bergsteigen.com) und die vielen Bohrhaken weisen den Weg. Eine Plaisirroute, homogen im Schwierigkeitsgrad V-VI, die nichts zu wünschen übrig lässt. Plattig mit rauen Stellen, kleine Überhänge, Verschneidungen, Risse, alles ist geboten auf knapp 300 m Kletterlänge. Die Beliebtheit der Route ist durch die beginnende Abnutzung aber bereits erkennbar. Eine Abseilpiste ermöglicht einen raschen Abstieg. Vom letzten Standplatz der Tour auf ca. 1700 m Höhe beginnen zwei 30 m Abseilstrecken hinunter zum Geröllband. Dort markieren rote Punkte den Weg zum nächsten Abseilstand. Wir waren mit einem 50 m Zwilligsseil unterwegs, wählten aber vorsichtshalber die 30 m Abseilstrecken. Ein 60 m Einfachseil wäre in dieser Tour die bessere Wahl. Steinschlag ist jedenfalls ein Thema in der Route. Auch bei der Abseilpiste, die parallel verläuft. Bei viel Betrieb in der Route würde ich eine alternative Tour wählen und das Materialdepot weit genug vom Einstieg einrichten.

Die Tour ist super eingerichtet. Außer 12 Exen braucht es kein zusätzliches Absicherungsmaterial. Mit A0 kommt man überall hoch!

Um 17 Uhr waren wir wieder am Einstieg und eierten den Geröllhang zum Gruttenweg hinunter, auf dem wir bald wieder zu unseren Rädern gelangten.

Für einen Samstag im August mit schönem Wetter war überraschend wenig los. Wir, die Seilschaft vor uns und eine weitere Seilschaft in einer anderen Route.